fiasko
by fiasko

Dass Vorstädte von Weltmetropolen Nährboden für handfesten HipHop sind, ist bekanntlich nichts Neues. Da hier aber nicht von der Bronx, sondern von mit Ikea-Möbel ausgestatteten Jugendzimmern mit Blick auf penibel gepflegte Vorgärten die Rede ist, lässt im Sinne der Credibility nichts Gutes verheißen. Das Duo „Fiasko“ tritt den Gegenbeweis an. Was mit der Entdeckung Amerikas via Internet in jungen Jahren begonnen hat, ist Jahre später – nach diversen musikalischen Gehversuchen – auf einem Album dokumentiert. Mal mit klassischer MPC-Romantik, mal mit eigenhändig kreierten Bio-Samples behandelt „Fiasko“ die Themen zwischen Quarter- und Midlife-Crisis. Als Kostprobe für das bunte Sammelsurium servieren die zwei Wahl-Wiener eine amtliche Wuchtel. „Die Stadt gehört dir“ leitet das Ende der dem Lockdown geschuldeten Lethargie ein. Mit von der Partie: langjähriger Komplize „Junk“ sowie Lokalmatador „Kapazunda“ des Wiener HipHop-Kollektivs „Flava in Ya Ear“. Ob man den Track als Referenz für das kommende Album nehmen darf, lässt sich so noch nicht sagen. Getreu der Arbeitsprämisse von Fiasko steht aber jetzt schon fest: Wird schon schiefgehen.
credits
releases December 12, 2021

rap: m. wirl
rap (07): j. wirl
cutz (07): m. machold
cutz (04): c. göstl
instrumentals: m. nowak